Neurofeedback und Biofeedback


Neurofeedback und Biofeedback

Neurofeedback

Neurofeedback setzen wir bei Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen und zu Verbesserung/Erhaltung der allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit ein. Insgesamt ist Bio- und Neurofeedback eine wirkungsvolle Ergänzung und Komplettierung unseres verhaltenstherapeutisch orientierten Konzeptes (IntraActPlus Konzept), auch im Hinblick auf eine evtl. mögliche Reduzierung der Medikation bei ADHS. Das Neurofeedback ist schon vielfach wissenschaftlich untersucht und seine Wirksamkeit bestätigt worden. Deshalb unterstützen die Krankenkassen die Behandlung.

Es fördert das Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit, denn es passiert nur das, was der Anwender selber schafft. So lernt der Anwender, dass auch schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigt werden können.

Neurofeedback ist ein technologisches Hilfsmittel, das dem Menschen die gezielte Selbststeuerung der Hirnaktivität ermöglicht.

Besonders positiv hat sich Neurofeedback auf eine mögliche Reduzierung der typischen AD(H)S Medikationen ausgewirkt, da die Veränderungen der Gehirnaktivität nachhaltig sind.

Auch bei Erwachsenen arbeiten wir anfangs mit einem Film, der nur läuft, wenn sich der Anwender konzentriert, also bestimmte Gehirnwellen in festgelegter Form auftauchen. In dieser Phase wird eine neue Konzentration eingeübt und automatisiert. In der zweiten Phase, der Transferphase, wendet der Anwender dann die neu erlernte Konzentration auf selbstgewählte Aufgaben an. Dieser Übertrag verfestigt die Konzentrationsfähigkeit und überträgt sich auf weitere Lernbereiche.

Die klinischen Studien zeigen, dass das Neurofeedback einem längerfristigen Lernprozess gleicht, bei dem Aktivitätsmuster des Gehirn nachhaltig verändert werden. Die Anwendung dauert mit allen Vorbereitungen ca. 60 min und wird ca. 20-40x durchgeführt.

Dem Gehirn werden dabei keinerlei elektrische Impulse zugeführt, es wird ausschließlich die augenblickliche Hirnaktivität mittels EEG gemessen und am Computermonitor zurückgemeldet.

Bei vorher festgelegten Animationen trainiert der Anwender dann, die Hirnaktivität zu steuern, also bestimmte wichtige Frequenzen per „Gedanken“ positiv zu verändern. Das Feedback passiert im Millisekundenbereich, sofort sichtbar und hörbar. Der Anwender lernt durch diese Rückmeldungen die verbesserte Hirnaktivität immer schneller und anhaltender zu erreichen. Die Erfolge bleiben auch nach dem Training bestehen.

Biofeedback

Biofeedback setzen wir überwiegend bei Schmerzsyndromen wie Migräne und Spannungskopfschmerz, Angst- und Panikstörungen, AD(H)S, Epilepsie, Schlafstörungen und zur Entspannung ein.

Mit dem Begriff Biofeedback wird eine Methode bezeichnet, bei der Veränderungen von Zustandsgrößen biologischer Vorgänge, die der unmittelbaren Sinneswahrnehmung nicht zugänglich sind, dem eigenen Bewusstsein zugänglich gemacht werden.

Während beim Neurofeedback die Rückmeldung mittels EEG aus dem Gehirn kommt, erfolgt beim Biofeedback die Rückmeldung über Körpersensoren.

Körpereigene innerliche Regulationsvorgänge sind dem Bewusstsein häufig nicht direkt zugänglich, so dass bei Ungleichgewichten auch nicht bewusst auf den Regelkreis eingewirkt werden kann. Biofeedback dient dazu, mittels physiologischer Messungen eine Körperfunktion (wie zum Beispiel Puls, Hautleitwert oder Hirnströme) dem Bewusstsein zugänglich zu machen. Der Patient versucht aufgrund dieser Rückkopplung eine Verbesserung der Regulation durch operante Kontrolle zu erzielen.

Eine mögliche Umsetzung in der Praxis sieht folgendermaßen aus: Der Anwender sitzt vor einem Computerbildschirm. An seinem Finger ist ein Messsensor angebracht, der den Hautleitwert und damit indirekt den Grad der Anspannung des autonomen Nervensystems misst. Dieser Messwert wird auf dem Monitor angezeigt, so dass der Anwender eine Rückmeldung über seine aktuell ablaufenden physiologischen Regelmechanismen erhält. Gleichzeitig kann die Atemkurve oder der Grad der Muskelanspannung an Stirn und Nacken erfasst werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, ein Pulsamplituden-Messgerät an der Schläfenarterie anzubringen (wichtig bei der Behandlung von Migränepatienten). Auf dem Bildschirm werden die erhobenen Werte z. B. als Kurvendiagramm gezeigt. So werden psychophysiologische Zusammenhänge verdeutlicht. Beispielsweise kann verfolgt werden, welche Auswirkungen Erinnerungen an schöne oder schwierige Situationen auf Atmung, Hautleitwert und Herz-Kreislauf-System haben. Das beobachtbare Reaktionsmuster ist individuell verschieden. Diese Rückmeldung führt dazu, dass der Anwender sich selbst besser kennenlernt und Entspanntheit von Angespanntheit unterscheiden lernt. Oft genug zeigen die Messwerte, dass Muskeln angespannt sind, der Atem flach geht, die Handflächen schwitzen oder das Herz schnell schlägt, obwohl das dem Anwender nicht bewusst ist. Das Biofeedback dient einer Bewusstseinsschärfung für eigene innere Zustände. Man spricht von einer Erhöhung der Interozeptionsfähigkeit. In einem zweiten Schritt dienen Übungen dazu, die Parameter in Richtung auf ein Therapieziel zu verändern, z. B. den Hautleitwert zu senken, die Muskelanspannung zu drosseln, das Atemmuster gleichmäßig und ruhig werden zu lassen. Der Weg zur Erreichung des Ziels ist dabei nicht vorgegeben. Biofeedback kann mit Entspannungsverfahren wie dem autogenen Training, Yoga, achtsamkeitsbasierten Methoden oder progressiver Muskelentspannung problemlos kombiniert werden. Die sofortige Rückmeldung über den Erfolg der eingesetzten Technik erhöht die Motivation, einmal Begonnenes fortzuführen und zu perfektionieren. Letztlich geht es darum, die Einflussnahme auf das vegetative Nervensystem auch ohne Hilfsgerät zuverlässig im Alltag anzuwenden, um schwierige Situationen besser zu meistern, ohne Beschwerden zu entwickeln.

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